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gelobtes land

In anderen Städten aber kann Radeln ein Hochgenuss sein, gerade im Norden eröffnen sich Landstriche, in denen man stundenlang auf bestem Belage dahinfliegen und im schönen Plausche zum parallel fliegenden Tretfreund stehen kann, weil keinerlei motorisiertes Gefährt den Einklang stört.

Zuletzt habe ich auch mehrere Hansestädte erfahren. Begonnen in der Heimat der Stadtmusikanten bei einem Freund aus besseren Unizeiten habe ich den Bogen über Hamburg, Rostock, Stralsund und reizende Teile der Ostseeküste nach Szczecin geschlagen. Wunderbare Tour durch Städte und Gemeinden, die den radelnden Zeitgenossen offenbar als bewahrenswertes Element der Gemeinschaft, mitunter gar als schützenswert begreifen. Gepflegte Radwege allerorten, zauberhafte Strecken, oftmals jenseits der Autokorsos. Aus Sorge um meine geliebten Stallbewohner habe ich dem Vorschlag meines Freundes Peter folgend einfach in den Kleinanzeigen Bremen ein lokalen Hengst erstanden und mit diesem dann die gesamte Runde absolviert. So zuverlässig und genügsam zeigte sich der fremde Esel, dass ich am Ende schwer verführt war, auch ihn in meine Herde einzugleidern. Allein die Gattin verwehrte dem tapferen Tier diese Weihen, aber es fand im Familienkreise fürsorgliche Pflegeeltern.
An der Ostsee allerdings kann man sich zur Sommerzeit durchaus in einer Art Zweiradstau wiederfinden, so manche Deichwege sind überfüllt mit Speichenfreunden, teilweise in biblischem Alter. Da man aber niemandem seine Abschiedstour vermiesen möchte oder sich permanentem Kopfschütteln und Klagen ausgesetzt sehen will, passt man sich am besten dem trägen Rollen an und konzentriert sich auf die späte Mittagsstunde, da Pensionäre und -rinnen erschöpft in deichseitige Bistros fallen, um Blutzucker und Atem wieder in die Balance zu bringen.

1.8.11 11:02

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